Ein neues Hobby entsteht.

Nachdem Anna wieder gesund war, wurde natürlich Julia krank.

Einen Tag konnte sie nicht mal zur Schule gehen, was zu etlichen Tränen am Morgen führte und am zweiten Tag holte ich sie vor dem Sportunterricht früher ab. Die Lehrerin hatte ihr erlaubt während des Unterrichts Hustenbonbons zu lutschen, wenn sie es denn unauffällig tun würde. Unauffällig ist kein Problem für Julia. Sie lutschte die Bonbons so dezent, dass die Lehrerin es nicht mal merkte, auch nicht, dass ihre Tischnachbarin etliche mitlutschen durfte. Dem Husten tat es gut und ich war froh, dass ich ihr nur eine Handvoll Bonbons in die Box getan hatte und nicht die ganze Packung.

Jedenfalls brauchte ich zwei Tage Beschäftigung für die kleine Dame. Am ersten Tag waren wir noch viel mit Inhalieren, Schlafen und solchen Sachen beschäftigt. Aber wir bastelten auch nette Dinge aus Kastanien: Pilze, Eichhörnchen, Vögel und Monster. Bei manchem braucht man etwas Fantasie, um es zu erkennen, aber Julia ging darin total auf. Wir basteln halt alle gerne.

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Seit Wochen möchte Julia ihrer Puppe ein Kleid nähen, mit der Nähmaschine natürlich. Bisher kam es nicht dazu, am zweiten Tag zu Hause, drängte sie aber wieder, ob wir nicht etwas zusammen nähen könnten, sie könne das ganz bestimmt. Da sie handwerklich recht geschickt ist, guckten wir uns gemeinsam die Seite „KINDERleicht und schön“ an, dort werden einfache Nähprojekte vorgestellt, die Kinder gut bewältigen können. Getestet werden diese Projekte immer von Kindern zwischen 6 und 12 Jahren, die als Probenäher entweder mit der Mutter oder alleine der Anleitung folgen und etwas nähen.

Da habe ich etwas gestartet, ich fürchte, ich muss meine Nähmaschine jetzt dauerhaft teilen! Julia war hin und weg und sah sich jedes Projekt, jeden vorgestellten Probenäher (es sind auch Jungs dabei) genau an, ich musste alles vorlesen (kürzte natürlich an einigen Stellen, sie kann ja zum Glück noch nicht mitlesen) und schließlich suchte sie sich zwei Dinge aus.

Als kleiner Bücherwurm und großer Liebhaber jeglicher Herzen, war mir schnell klar, was das erste Nähprojekt werden sollte. Das Lesezeichen in Herzform, selbstverständlich. Aus dem unendlichen Fundus, des Wachstuch-Reste-Paketes (ich berichtete hier schon davon) von jubelis suchte sie sich zwei Stoffe aus. Einen schlichten hellblauen und einen weißen Stoff, der geprägt ist, den gibt es auch in anderen Farben, unter dem Link stelle ich euch in Gold vor, da man da am Monitor die schöne Prägung besser sieht. Das geprägte Muster sind Blumen und er ist wirklich hübsch, Julia findet, dass es ein echter Brautstoff ist. Wir haben ihn hier auch noch in Gold. Die Entscheidung, ob weißes oder goldenes Herz, fiel ihr sehr schwer, aber dann siegte das weiße Wachstuch, weil es ein wenig mehr nach „Braut“ aussieht. Ich hoffe übrigens nicht, dass sich die von ihr gerade kreierte Mode, der Brautmode aus Wachstuch durchsetzt, auch wenn ich es schön finde.  Beide Wachsstoffe lassen sich sehr gut verarbeiten und so entstand ein tolles Geburtstagsgeschenk für meine Cousine, die von Julia angehimmelt wird. Tipps zur Verarbeitung von Wachsstoffen hier.

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Da ihre Nase die ganze Zeit läuft, kam ihr als zweite Idee die TaTüTa (TaschenTücherTasche), wir wandelten sie etwas ab, weil ich zum einen keinen Spitzenreißverschluss da hatte und ich zum zweiten auch denke Reißverschlüsse können noch etwas warten. Die TaTüTa bekommt meine Mutter als Überraschung, wenn sie im November zu Annas Geburtstag kommt. Vor lauter Stolz hat sie jedem, den wir heute gesehen haben erzählt, was sie genäht hat. Meiner Mutter hat sie ihre Überraschung auch schon am Telefon verraten, gut, dass wir in den nächsten Tagen nicht mit meiner Cousine sprechen.

Julia hat es sehr viel Freude bereitet und sie fiebert schon der nächsten Gelegenheit entgegen wieder an der Nähmaschine sitzen zu können. „Mama, dann kann ich doch alle Sachen nähen und Du kannst andere Sachen machen. Staubwischen oder kochen!“ Irgendwie kam es heute noch nicht so bei ihr an, dass ich aber gar nicht Staubwischen oder kochen möchte, jedenfalls nicht NOCH MEHR! Ich möchte gerne nähen, ich muss das nicht. Oh je, mal sehen, was ich da heute losgetreten habe…

Lieben Eure Kinder auch alles, was ihr gerne macht? Teilt ihr Hobbys oder sind die Interessen sehr unterschiedlich?  Es war ein schönes Gefühl sie voller Eifer, Stolz und Konzentration an der Nähmaschine zu sehen.

Eure Nunu

 

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6 Gedanken zu “Ein neues Hobby entsteht.

  1. Liebe Nunu, verblüffend, wie wir gerade eine ähnliche Erfahrung mit unseren Kindern machen. Ich weiß nicht mehr warum, aber irgendwie dachte ich es wäre eine schöne Idee meiner Tochter das Häkeln beizubringen und mir ihr gemeinsam etwas entstehen zu lassen. Gestern war alles Zubehör gekauft und wer gesellte sich dazu – mein Sohn, den ich damit gar nicht erst langweilen wollte. Er hat inzwischen seine Schwester „verdrängt“ und ist total ehrgeizig dabei. Nachdem ich mich wieder eingehäkelt habe, glaube ich, für meine grad erst 5jährige ist das vielleicht auch noch etwas früh… Da muß ja doch ne Menge koordiniert werden! Mal sehen was daraus wird!
    Liebe Grüße, Andrea

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    • Liebe Andrea,
      Da hast Du definitiv etwas richtig gemacht in der Erziehung, wenn es Deinem Sohn nicht zu „mädchenhaft“ ist, zu häkeln! Das finde ich super.
      Meine Mutter hatte beim letzten Besuch auch ihre Häkelnadel mit und wollte mit Julia häkeln, das war dann doch zu kompliziert.
      Aber Dein Sohn kann sich ja dann für den Winter eine „boshy“ häkeln. Sind die dieses Jähr noch in???
      Liebe Grüße
      Nunu

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  2. Hey Nunu :),

    darf ich fragen, was du da für eine Nähmaschine verwendest? Ich möchte nämlich auch gerne in Zukunft mit dem Nähen anfangen und suche noch ein ideales Anfängermodell…
    Alles Liebe,
    Nia

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    • Liebe Nia,
      wie schön von dir zu lesen!
      Ich habe die günstigste Nähmaschine von W6, ein echtes Anfängermodell. Reicht für meine Zwecke, habe das Geld lieber in eine vernünftige Overlock gesteckt.
      Liebe Grüße
      Nunu

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  3. Hallo,
    ich finde es toll, wenn die Kinder sich für das Nähen oder generell für das Hobby ihrer Eltern interessieren. Wenn man sie dann mal machen läßt, kommen doch meistens so schöne Dinge wie bei auch raus. Und sie sind dann soooo stolz. Da freu ich mich auch. Ich habe meine auch schon nähen lassen. Wir haben zusammen eine Schürze genäht. Das hat uns beiden total viel Spaß gemacht.
    Frohes werkeln wünscht euch Katja

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    • Liebe Katja,
      ja du hast vollkommen Recht, es macht so einen Spaß in die stolzen Augen zu sehen, während sie konzentriert auf ihre Hände starren und noch schöner ist es zu sehen, wie sie jedes Mal, wenn jemand sie für das vollbrachte Werk bewundert, ein kleines Stück „wachsen“!
      Da geht einem das Herz auf.
      Liebe Grüße
      Nunu

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